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Mehr Licht = mehr Qualität-Gewächshausreinigung als einfache Erfolgsformel

Wenn er vorfährt, sind Lanzen, Düsen, Schläuche und Leitern stets mit an Bord- denn wer Wim Schepers beauftragt, erhält den klaren Durchblick: Mit seiner Spezialausrüstung hat der Gewächshausmontage- und Verglasungsfachmann aus dem niederländischen Emmen sein Angebotsspektrum um die professionelle Glashausreinigung erweitert, vornehmlich in Deutschland.

Ungleiche „Gewächshaus-Landschaft“ entscheidet

Der Gedanke, Gewächshausanlagen im Nachbarland zu reinigen, manifestierte sich bei Schepers vor rund vier Jahren. In seiner Marktbeobachtung erkannte der selbst aus dem Gartenbau stammende Lohnunternehmer seinerzeit ein beinahe regelrechtes Dilemma. Für zahlreiche deutsche Zierpflanzen- oder Gemüseproduzenten gestaltete sich die Suche nach spezialisierten Gewächshaus-Reinigungsfirmen (GRF)als zeitraubend. Häufig genug erhielt sie das Prädikat Erfolglosigkeit. Zu klein oder für den effizienten Einsatz von selbstfahrenden Bürstenwagen zu inkompatibel seien ihre Gewächshausanlagen, lautete oftmals die Begründung der überwiegend in den Niederlanden ansässigen GRF, die sich auf die Reinigung meist großer, einheitlicher Venloblöcke spezialisiert haben. Geradewegs zu inhomogen erwies und erweist sich im Gegensatz dazu die deutsche „Gewächshaus-Landschaft“. Unter diesen Vorraussetzungen ist eine Reinigung für hiesige Produzenten ökonomisch nicht lohnend, sagt Schepers. Dennoch, der Schmutz in und auf ihren Häusern sollte beizeiten weichen- und dies nicht nur wegen des grundsätzlichen Erhalts oder der Ästhetik der Anlagen. Vielmehr hatten sich die Produzenten auf die Bedeutung des Produktionsfaktors „natürliches Licht“ zurückbesonnen. Dort wo notwendig, fördert optimale Lichteinstrahlung gesündere und kräftigere Pflanzen, sie steigert die Qualität. In Kombination mit einer intelligenten Klimasteuerung kann sie zudem Energieeinsparung bewirken. Ein gegenwärtig interessanter Aspekt, zumal je nach Verschmutzungsgrad der Gewächshaushülle bis zu 20% Lichtverlust möglich sind, wie Schepers betont. Eine saubere Hülle sei also vorteilhaft. Und genau hier griff Schepers neuere Geschäftsidee. Fortan bot er ohne große Besenwagen für alle in Deutschland verbreiteten Gewächshaustypen (außer Folienhäuser) die komplette Reinigung der Hülle an. Größe oder eine im Betrieb eventuell wechselnde Bauweise spielt keine Rolle. Seit dem steigt er und sein fest angestellter Mitarbeiter den Kunden buchstäblich aufs Dach- und das zweifelsohne bundesweit.

Filigrane Außenreinigung

Doch mit welchen Techniken rückt er dem Schmutz auf deutschen Häusern zu Leibe?
Bevor der Reinigungs-Fachmann seine Gerätschaften in Stellung bringt, ermittelt er innen wie außen Art und Grad der Verschmutzung. Dies bestimmt das weitere Vorgehen, denn Schmutz ist nicht gleich Schmutz, betont Schepers. Stäube, Moose, Ablagerungen von Bäumen, Heizungsausstöße oder auch Absonderungen der kultivierten Pflanzenart machten bei der Schmutzbildung und -entfernung durchaus einen Unterschied.
Bei der Außenreinigung entscheidet die Verschmutzung schließlich über die Wahl sowie die Konzentrations-Berechnung eines eigens zur Gewächshausreinigung produzierten Reinigungsmittels. Ist Schmutz in Art und Stärke eingeordnet, beginnt Schepers die Außenreinigung mit besonders konstruierten Besen. Mit denen werden die Traufrinnen gesäubert, dann fließt alles später besser ab, wie er sagt. Das Reinigungsmittel wird durch eine Rückenspritze in exakt berechneter Dosis auf die Glasflächen lückenlos aufgesprüht. Bei Breitschiffhäusern mit längeren Gläsern erlaubt eine zwischengeschaltete Pumpe größere Wurfweiten. Nach kurzer Einwirkzeit heißt es dann „Wasser marsch“: mit viel Wasser entfernt Schepers das nunmehr mit dem Schmutzfilm angereicherte Mittel wieder vollständig. Spezielle Düsen an einem Schlauch helfen ihm dabei, das Wasser mit 5 bis 6 bar gut ausbringen zu können. Sollte der Wasseranschluss weit entfernt liegen, erhalten zwischengeschaltete Pumpen den konstanten Wasserdruck. Durch die Traufrinne strömt das „Spülwasser“ vom Dach. Eine Gefahr für Mensch und Umwelt gehe von dem Abwasser nicht aus, da das Reinigungsmittel vollständig biologisch abbaubar sei, versichert der Fachmann. Auf Wunsch kann das Wasser jedoch getrennt von Vorfluter und Speicherbecken aufgefangen werden.
Die Außenreinigung aller gängigen Kunststoffplatten erfolgt auf gleiche Weise, jedoch ohne jegliches Reinigungsmittel. Dies könnte der Materialgesundheit auf Dauer eher unzuträglich sein. Daher baut Schepers hierbei auf Muskelkraft. Die Platten werden mit Wasser und Schaumstoffmatten, die an Teleskopstangen befestigt sind, behutsam und kratzerlos saubergeschrubbt. Auch alle Stehwände werden durch Schrubbern (bei Glas mit Mittel) vom Dreck befreit.

Mit Hochdruck durchs Haus

Weniger filigran, aber ebenso einfach wie effektiv, gestaltet sich die Reinigung der Dachinnenflächen. Hier arbeitet Schepers sprichwörtlich mit Hochdruck. Der Schmutz wird vom Boden aus mit modernen, leistungsstarken Hochdruckreinigern (HR) vom Glas beseitigt, ganz ohne Reinigungsmittel. Die enorme Kraft des Wasserstrahls, der mit rund 180 bar vom HR ausgestoßen wird, lässt letztlich jedem Winkel der Innendachfläche im neuen Glanz erstrahlen. Die Schmutzarten im Haus könnten dem hohen Druck nicht standhalten, erklärt Schepers. Unterschiedlichen Haushöhen begegnet er mit unterschiedlich langen HR-Lanzen, so dass immer mit gleichem Druck an den Glasflächen gearbeitet werden kann. Bei den Innenstehwänden greift er wieder zu den mit Schaumstoff bestückten Schrubbern. Außen hingegen wäre der Umgang mit HR nicht sinnvoll, sagt Schepers.
Die noch weitverbreiteten Annahme, die Innenseiten könnten generell nur bei Leerstand des Hauses gereinigt werden, entkräftet Schepers u.a. mit seiner Sprühtechnik. Da er mit der Lanze nicht senkrecht, sondern stets etwas angeschrägt auf die Gläser zielt, laufe annähernd das gesamte Abwasser kontrolliert über die Kondensrinnen ab. Eine Verunreinigung des Bestandes, etwa durch herabrieselndes Wasser, oder gar eine verstärkte Pilzgefahr durch erhöhte Feuchtigkeit finde nicht statt. Einer Reinigungs-Terminabsprache auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten steht freilich nichts im Wege- denn wann immer ein Kunde „freie Sicht“ begehrt, rückt Schepers an. Eben mit Lanzen, Düsen oder Schläuchen.

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