Österreichischen Fachjournals

Um die optimalen Lichtbedingungen für seine jeweilige Kultur im Gewächshaus zu erreichen, geht jeder Produzent unterschiedliche Wege. Vor allem bei lichtdurchlässigen Materialien sind in den vergangenen Jahren viele neue Produkte auf den Markt gedrängt.

Gew-Sche2.jpg © SchepersNeue Trends
Neben dem erkennbaren Trend zu Plexiglas, vor allem bei holländischen Produzenten, machte sicher eine Innovation in den vergangenen Jahren von sich reden: Im Rahmen eines Projekts des Forschungszentrums Jülich gemeinsam mit dem Würzburger Biozentrum, der Uni Bonn und einem Darmstädter Jungpflanzenbetrieb kam erstmals eine Glas-Folien-Kombination zum Einsatz.

Entwickelt für Solartechnik
Das Besondere an diesem Spezialmaterial ist die hohe Lichtdurchlässigkeit. 95 % sind im Vergleich zu normalem Glas (85-86 %) eine enorme Steigerung. Hinzu kommt die Durchlässigkeit von UV-B-Strahlung. Durch öffentlich geförderte Testreihen wird derzeit vor allem die Frage geklärt, ob und welches Maß an UV-Strahlung die Qualität von Gemüse sowie die Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen beeinflusst. Sollten sich die bisherigen Ergebnisse bestätigen, so wird nicht nur die Produktion von Flavonoiden (stärkt z. B. die Resistenz von Kohl gegen Läuse) forciert, sondern auch kompakter Wuchs im Zierpflanzenbau und besserer Geschmack etwa bei Tomaten erreicht.

Ähnlich wie bei Plexiglaseindeckung erwarten Produzenten eine baldige Amortisierung der im Vergleich zu herkömmlichen Glashäusern höheren Investitionskosten. Angesichts der ständig steigenden Energiepreise sei hier ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren realistisch, die Lebensdauer liege bei 20 Jahren.

Licht durch Reinigung
Auch wer keine Neuanschaffung plant, ist in der Lage, durch Reinigung des bestehenden Glashauses viel zu erreichen. Problem hierbei ist vor allem der hohe Aufwand und die Wahl eines kompetenten Fachmanns. In Deutschland holt man sich hierfür mittlerweile schon Hilfe aus dem benachbarten Holland: Wim Schepers hat sich dort erfolgreich auf die bundesweite Reinigung unterschiedlicher Gewächshausarten spezialisiert.

Bis zu 20 % Lichtverlust
Nachdenklich stimmt vor allem Schepers Aussage, dass Verschmutzung nachweislich bis zu 20 % Lichtverlust führt und damit Wuchs und Ernte negativ beeinflusst. Darüber hinaus bedürfen die unterschiedlichen Ablagerungen wie Moose, Staub, Heizungsausstöße oder Kulturabsonderungen angemessener Behandlung und Dosierung des selbst hergestellten Reinigungsmittels. Dieses ist laut Schepers vollständig biologisch abbaubar, kann aber trotzdem über Trauf- und Kondensrinnen sowohl innen als auch außen vollständig wieder aufgefangen werden.

Praktisch ist vor allem die Tatsache, dass die Dachinnenflächen (genau wie selbstverständlich alle Kunststoffoberflächen) ausschließlich ohne Reinigungsmittel gereinigt werden. Schräg angewinkelte Hochdruckreiniger besitzen nicht nur genug Kraft, um die Rückstände zu entfernen, sie garantieren auch einen problemlosen Ablauf und damit das Verbleiben der Kultur im Glashaus ohne Wasser- oder Feuchtigkeitsschäden. Speziell konstruierte Besen, Schrubber und Schaumstoffmatten besorgen in viel Handarbeit mit den passenden Teleskopstangen dann den Rest.


Gew-XLS-10-ULTRA-REVOLUX.jpg © SvenssonLichtzerstreuung und -reflektion
Die Frage nach dem gewünschten Klima stellt die Firma Svensson sicher nicht zum ersten Mal. Denn bei manchen Kulturen wie etwa Rosen ist nicht maximale Bestrahlung, sondern der Schutz vor direktem Sonnenlicht ein erklärtes Ziel. Der Klimaschirm XLS 10 Ultra Revolux lässt 73 % des diffusen Lichts passieren und sorgt für eine gleichmäßige Lichtverteilung. Dazu trägt er beträchtlich zur Energieeinsparung bei und ist schwer entflammbar.

Gerade in Kombination mit einem Aluminium-Schattierschirm ist er so sowohl im Zierpflanzenbau als auch im Garten- und Gemüsebau vielseitig einsetzbar. Einem anderen Problem widmet sich der Klimaschirm XLS SL Revolux. Er dient zur Optimierung von Zusatzbeleuchtungen bei tages- und jahresabhängiger Dunkelheit. Das reflektierende Gewebe hält die Beleuchtung innerhalb des Gewächshauses. Auf Aluminium wurde in der Produktion komplett verzichtet, um die Gefahr einer Überhitzung zu minimieren.